Neurofeedback Interview

Neurofeedback Interview

Ein Interview von Herrn Milos Kratochvil, Facharzt für Psychiatrie in der Vitos Ambulanz Kassel mit Thomas Theis, Ergotherapeut und zertifizierter Neurofeedbacktherapeut (OMC).

Guten Tag Herr Theis, Sie arbeiten in Ihrer ergotherapeutischen Praxis sehr erfolgreich mit Ihrem besonderen Neurofeedback-System. Kann dieses als wichtiger Bestandteil der ergotherapeutischen Behandlung betrachtet werden?

Aus meiner Sicht ein klares Ja. Wenn Sie als Arzt Ihnen Patient*innen Ergotherapie verordnen, kann es sein, dass sich nach der ergotherapeutischen Diagnostik eine Behandlung mit Neurofeedback als das Mittel der Wahl darstellt, um das ärztlich festgelegte Therapieziel zu erreichen. Die Neurofeedback-Behandlung wird in der Regel mit klassischen ergotherapeutischen Behandlungsmethoden gemeinsam angewandt. Außerdem kombinieren wir die Neurofeedbacktherapie häufig mit lösungsorientierter Kurzzeittherapie (NLP), mit verhaltenstherapeutisch orientierter Therapie oder Gesprächstherapie in Anlehnung an die Gesprächsführung nach Rogers. Dies scheint eine ideale Ergänzung zu sein, die zu einer nachhaltigen Verbesserung der Alltagskompetenz führen kann.

Ist die Wahl des Neurofeedback-Behandlungsverfahrens egal?

Neurofeedback ist nicht gleich Neurofeedback. Es existieren verschiedene Neurofeedback- Verfahren, die allerdings Folgendes gemeinsam haben: aufgrund der Rückmeldung (Feedback) bestimmter Hirnfunktionen (Neuro), soll es zu einer verbesserten Selbstregulation des Gehirns kommen.

Welche Methode nutzen Sie in Ihren Praxen?

Wir arbeiten mit der Othmer-Methode, dem Infra Low Neurofeedback (ILF). Diese Methode wird vom Deutschen Neurofeedback-Netzwerk, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird, auch als modernes Neurofeedback bezeichnet. Es entstand aus der Arbeit des Ehepaares Sue und Dr. Siegfried Othmer und findet seinen Ursprung in der Mitte der 80er Jahre. Seit 2006 ist Dr. Ing. Bernhard Wandernoth maßgeblich an der Entwicklung des Systems beteiligt. Bei der Othmer-Methode werden zwei unterschiedliche Therapieverfahren miteinander kombiniert. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus einer an das klassische Frequenzbandtraining angelehnten Form des Neurofeedbacks, das in dieser Art bereits einige Jahrzehnte besteht, und einer an das Training der tiefen Kortikalen Potentialen (SCP) angelehnten Form des Neurofeedbacktrainings. Das SCP Training ist ein Therapieverfahren, das um Prof. Dr. Niels Birbaumer an der Universität Tübingen entwickelt wurde und als das am besten evaluierte Neurofeedback-Verfahren gilt.

Wie könnte man denn das grundsätzliche Wirksystem verstehen?

Wichtig, um dies zu erklären, scheint mir eine elementare Aussage:

Das Gehirn ist ein sich selbst regulierendes System.

Erklären Sie das bitte näher oder können Sie dafür ein Beispiel geben?

Natürlich. Lassen Sie mich vielleicht zwei ganz einfache Beispiele aus der Welt der Technik anführen: Ein Computer und ein Auto sind auch sich selbstregulierende Systeme. Fühler oder Sensoren messen bestimmte Parameter und der Teil des Computers, der für die Steuerung seiner Funktionen zuständig ist, regelt aufgrund der Meldungen bestimmte Anteile des Systems:

Wenn ein Rechner beispielsweise viel arbeiten muss – zum Beispiel bei der Videobearbeitung oder bei hochauflösenden Computerspielen – wird der Prozessor heißer. Ein Thermometer misst jedoch ständig die Prozessortemperatur und meldet diese weiter an eine Steuerebene, die daraufhin den Lüfter sich selbst schneller drehen lässt. Hierdurch wird der Prozessor stärker gekühlt und kann eine hohe Leistung vollbringen. Die Wärme des Prozessors bei hoher Arbeitsbelastung muss abgeleitet werden, sonst arbeitet er nicht gut oder nimmt schlichtweg Schaden. Ein Auto mit Automatikgetriebe schaltet am Berg selbstregulatorisch den Gang herunter, wenn dies aufgrund der Rückmeldung und Programmierung der Steuerelektronik sinnvoll ist; bergab, wenn weniger Antrieb notwendig ist, jedoch hoch. Wir würden sonst Unmengen an Treibstoff verschleudern oder den Motor beschädigen oder nicht schnell fahren können. Dies ist möglich durch Regelkreise. Fühler messen bestimmte Parameter wie Temperatur oder Geschwindigkeit und die Steuereinheiten reagieren darauf mit bestimmten Befehlen.

OK, und was hat das mit meinem Gehirn zu tun?

Gehirne können wir als recht ähnlich begreifen, sie sind auch sich selbst regulierende Systeme. In anstrengenden Situationen muss die Erregung hoch sein – zum Beispiel bei Flucht, Kampf oder Gefahr – beim Einschlafen sollte sie jedoch langsam sinken, mich einschlafen lassen und dann niedrig bleiben bis zum Morgen.

Hier soll die Erregung dann wieder langsam steigen, bis ich munter und fit bin. In REM-Schlaf-Phasen erhöht sich die Erregung, das lassen wir aber hier mal außen vor.

Und was ist, wenn da etwas nicht gut funktioniert?

Eine sehr gute Frage. Die Selbstregulation unserer Gehirne funktioniert nicht immer so wie sie könnte. Vielleicht kennen Sie Situationen, in denen Sie nachts nicht schlafen können, weil Ihr Körper oder Ihr Geist zu aktiv sind.

Vielleicht kennen Sie auch Situationen, in denen Sie morgens zu müde sind, um wichtige Leistungen zu erbringen, obwohl sie nötig wären.

Bei bestimmten Erkrankungen wird dies noch deutlicher: beispielsweise bei zappeligen oder verträumten Kindern, bei Patient*innen mit depressiver oder antriebsloser Stimmung oder Opfern von Straftaten oder Unfällen, die sich noch Monate nach dem Auslöser der Problematik in Dauerpanik befinden. Dies sind einige Beispiele, etwa für ADHS, Depression, Panikattacken oder posttraumatische Stressreaktionen.

Probleme dieser Art bezeichnen wir allesamt als Selbstregulationsstörungen.

Letztlich halten wir jedoch sehr viel mehr alltagsrelevante Probleme von der Menschheit für positiv durch ILF Neurofeedback beeinflussbar. Nahezu jedes Gehirn kann aus meiner Sicht durch Neurofeedback seine Selbstregulationsfähigkeit verbessern. Dies gilt für die gestressten Therapeut*innen oder Psycholog*innen, die überarbeitete Sozialarbeiterin genauso wie für den genervten Hausmann, die unter Druck stehende Spitzensportlerin oder den sich in hoher Dauererregung befindlichen Geschäftsführer.

Können Selbstregulationsstörungen auch noch andere Bereiche betreffen?

Absolut, Selbstregulationsstörungen finden sich in vielen ganz alltäglichen Bereichen: Wochenendmigräne, chronischen Schmerzen, Schlafstörungen, Tinnitus, Panikattacken, Stimmungsschwankungen, Allergien. Oft haben Gehirne also Probleme mit der Bewältigung unterschiedlicher Anforderungen oder im Wechsel zwischen diesen. Der Wechsel von Anspannung in der Woche zu Ruhe am Wochenende, ein Wechsel im Wetter, ein Wechsel in der An- und Abwesenheit bestimmter allergener Stoffe können beispielsweise zu Problemen führen. Diese Probleme werden in der Therapie nach Othmer als Instabilitäten bezeichnet. Es gibt noch weitere Probleme, die im Zusammenhang mit Beruhigung oder Hemmung stehen, die hier aber aus meiner Sicht zu weit führen würden. Zu weiteren Störungsbildern und Einsatzmöglichkeiten komme ich später gerne noch mal.

Wie genau geht das mit dem Neurofeedback denn nun?

Beim ILF Neurofeedback nach Othmer werden 3 bis 5 Elektroden mittels zweier Pasten auf dem Schädel der Patienten an bestimmten Positionen befestigt und es wird ein therapeutisches Zweikanal-EEG abgeleitet.

Mit dem EEG messen wir nun während des Trainings, die sich ständig verändernde elektrische Aktivität des Gehirns unter den Bereichen auf denen die Elektroden befestigt sind. Wir gehen dabei, den modernen Neurowissenschaften folgend, von einem netzwerkartigen Aufbau des Gehirns aus. Bei der ILF Methode werden zudem immer zwei Punkte auf dem Cortex-Areal zueinander ins Verhältnis gesetzt. Dies stellt eine weitere Besonderheit unserer Methode dar.

Ein leistungsfähiger Computer analysiert und übersetzt dann diese Signale nahezu in Echtzeit auf einen Bildschirm. Gleichzeitig wird die Veränderung neuronaler Aktivität auch durch die Modulation des Klangs sowie durch ein spezielles vibrierendes Feedbackgerät zurückgemeldet. Erregungszustandsveränderungen werden somit visuell, auditiv und taktil für unser Gehirn erkennbar und interessant…

Rein praktisch könnte das so aussehen, dass in der Neurofeedback-Behandlung ein Film angesehen wird. Hier variieren dann z.B. die Größe und Helligkeit des Bildes, sowie die Klangqualität oder Lautstärke analog der sich ständig verändernden Gehirnaktivität.

Ist das dann einfach nur ein Spiegelbild meiner Hirnaktivität?

Vereinfacht gesagt, ja. Beim ILF Neurofeedback wird tatsächlich technisch nicht viel mehr und nicht viel weniger getan; zumindest nicht, wenn wir in diesem einfachen Modell bleiben. Die Erregung – also bestimmte Anteile des EEGs – des Gehirns wird dynamisch und nahezu in Echtzeit, als sich ständig veränderndes Feedback an die Patient*innen zurück gespiegelt.

Die Auswahl der spezifischen Elektrodenpositionen auf dem Gehirn, bzw. auf dem Kopf, sowie die Auswahl der spezifischen Anteile des EEGs, das im Feedback zurückgemeldet wird, stellen die therapeutische Kunst in der Anwendung dar.

Dies ist therapeutisch recht anspruchsvoll und in den Kursen sehr gut erlernbar.

Vermutlich erkennt sich das Gehirn in diesem Prozess wieder und beginnt dann mit seinem eigenen Signal, seinem Spiegelbild zu interagieren.

Wie lange dauert so eine Neurofeedback Therapie?

Eine Sitzung dauert 30 bis 60 Minuten und wir gehen davon aus, dass man etwa 20 bis 40 Sitzungen benötigt, um dauerhafte Verbesserungen zu erreichen.

Durch das in den Trainings über mindestens 20 Stunden wiederholte Interagieren mit seinem eigenem, sich ständig verändernden Spiegelbild (Feedback) von außen, gewinnt das Gehirn Erkenntnisse über seine eigene Arbeit und integriert diese im Laufe der Zeit.

Diese Integration automatisiert sich im Laufe des Trainings zu einem inneren Teil des Gehirns und wird somit zum einem internalisierten Teil eines sich selbst regulierenden Systems.

Das zu verstehen ist nicht leicht, wie genau geht das nun?

Erlaubt sei ein weiteres Beispiel. Meine 13-jährige Tochter Lea hat vor einer Weile angefangen, sich für den Schaltvorgang beim Autofahren mit mir zu interessieren und mich gefragt, ob sie dies lernen könne und mal schalten darf, während ich fahre.

Ich habe ihr kurz erklärt worum es geht und anfangs Hinweise zur rechten Zeit gegeben.

Nach einer Weile habe ich dann nichts mehr gesagt und Lea schalten lassen. Das war dann quasi die Geburtsstunde von „Papafeedback“ und „Autofeedback“. Ein Phänomen, das jede/r Fahrschüler*in am Beginn ihrer/seiner Karriere als Fahrer*in kennen lernt. Fehler werden vom Auto jederzeit und in Echtzeit zurückgemeldet.

Im dritten Gang am Berg anfahren führt zu starkem Ruckeln, stinkender Kupplung oder Abwürgen des Motors.

Bei 80 km/h in den zweiten Gang zu schalten, klingt nicht gut.

Lea hatte anfangs keinen Sinn für intelligentes Schalten. Sie nutzte jedoch ihre anderen Sinne, um sich ein Feedback für die jeweiligen Schalterfahrungen zu holen.

Wie klingt der Motor, wenn ich schalten muss genau, um ein stolzes Lächeln auf Papas Gesicht zu zaubern. In welchem Gang muss ich schalten, um gut durch eine enge Kurve zu fahren.

Lernt das Gehirn also während des Neurofeedbacks etwas über seine eigene Drehzahl und in welchem Gang es gerade fährt?

Ja, dieser Vergleich ist sehr gut. Gehirne haben tatsächlich keinen „Sinn“ für ihre „Drehzahl“. Die Erregung mit der ein Gehirn arbeitet, passt oft nicht zu der Anforderung der aktuellen Situation. Vielleicht fährt es im zweiten Gang 50 km/h oder im fünften Gang 20 km/h. Beides ist auf Dauer nicht gut.

Und wenn man das jetzt mal etwas spezifischer ausdrücken möchte?

Ok, im Rahmen dieses Integrations- und Lernprozesses verbessert das Gehirn seine Selbstregulationsfähigkeit und kann stabiler und länger in bestimmten Erregungszuständen verbleiben oder auch variabler zwischen verschiedenen Erregungszuständen wechseln. Wenn ich schlafen möchte, soll die Erregung niedrig sein, so dass ich durchschlafen kann. Morgens möchte ich jedoch wach werden und die Erregung muss steigen. Ein gutes Beispiel, deswegen erwähne ich es nochmal.

Und wie geht es dann in der Therapie im Verlauf weiter?

Im Laufe der Therapie werden oft neue spezifische Elektrodenpositionen hinzugefügt und somit dem Gehirn neue Lernprozesse und Integrationsmöglichkeiten innerhalb verschiedener Netzwerke in Bezug auf Selbstregulation zu Verfügung gestellt.

Sind das besondere Punkte auf denen die Elektroden befestigt werden?

Ja, bei diesen besonderen Elektrodenpositionen handelt es sich um sogenannte multimodale Assoziationsareale. Das bedeutet, dass an diesen Stellen eine hohe Verbindung zu anderen Zentren der gleichen und gegenüberliegenden Hirnhälfte oder zu tieferen Arealen des Gehirns bestehen. Analog hierzu sei das Bild einer Auffahrt zu einer Datenautobahn des Gehirns erwähnt. Diese Verbindungen scheinen bei der Othmer-Methode zusätzlich relevant bei Aktivitäten der Ruhenetzwerke, der Default Mode und Saliencenetzwerke.

Bedeutet dies, dass die Wahl der Punkte für die Therapie ausschlaggebender sind als die Diagnosen?

Genau, es ist dabei nicht ungewöhnlich, dass Startplatzierungen bei verschiedenen Krankheiten – es muss sich bei den Erkrankungen jedoch zwingend um Selbstregulationsstörungen des Gehirns handeln – sehr ähnlich sein können.

Als verantwortliches Wirkprinzip vermuten wir, wie oben bereits gesagt, dass das angeschlossene Gehirn sich durch die gespiegelte und sehr zeitnahe Rückmeldung bestimmter neuronaler Erregung wiedererkennt und dann beginnt mit dem Signal – und das bedeutet mit sich selbst – zu interagieren, quasi zu spielen. Das Spielen mit der eigenen Selbstregulation führt, so vermuten wir, zu einer Verbesserung eben dieser.

Aber kann das bei so vielen unterschiedlichen Störungen hilfreich sein?

Ja, unsere Erfahrung zeigt dies deutlich. Das „Spielen“ und „Interagieren“ des Gehirns mit sich selbst mag erklären, warum Neurofeedback bei einer größeren Anzahl von Diagnosen Wirkung zeigen kann.

Hier weitere Beispiele:

  • Angststörungen
  • Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ADHS)
  • Autismus
  • Depression
  • Epilepsie
  • Migräne
  • Schlafstörungen
  • PTBS
  • Panikattacken
  • Chronischer Schmerz

Speziell bei Kindern kann Neurofeedback auch günstig auf verschiedene schlafbezogene Störungen wirken, wie:

  • Albträume
  • Bettnässen
  • Nachtschrecken
  • Schlafwandeln
  • Zähneknirschen

Also all diese Störungen haben etwas gemeinsam?

Ja, natürlich, denn es handelt sich bei all diesen Störungen um Erkrankungen, die auf eine Selbstregulationsstörung des Gehirns zurückzuführen werden können.

Hilft Neurofeedback nach Othmer auch noch bei anderen Erkrankungen?

Bei anderen Störungen, als Selbstregulationsstörungen des Gehirns, kann ILF Neurofeedback auch insofern wirksam sein, als das eine Stabilisierung, Beruhigung oder Hemmung bestimmter emotionaler Impulse an sich zu Verbesserungen führen kann.

Es gibt also auch Krankheiten bei denen es Unsinn wäre Neurofeedback zu machen?

Das scheint vordergründig richtig. Neurofeedback hilft nicht bei „krummen Füßen “, wenn man es vereinfacht ausdrücken mag. Menschen mit Störungsbildern, die grundsätzlich nichts mit Selbstregulationsstörungen des Gehirns zu tun haben, können jedoch trotzdem von einem Neurofeedbacktraining profitieren. Denn Probleme der Erregbarkeit oder des Bedarfs an vermehrter körperlicher oder emotionaler Ruhe sind häufig komorbid anzutreffen.

Und wie ist es mit der Wissenschaftlichkeit?

Es existieren inzwischen über 2500 Studien und reviewed Papers bei Pubmed, der weltweit größten und wichtigsten medizinischen Datenbank. Bei der internen Überprüfung von Behandlungen mit Neurofeedback in unseren Praxen erreichen wir durchschnittliche Verbesserungen subjektiver Selbstbeobachtung unserer Patienten*innen (N=300) von etwa 50% im Bereich ihrer Symptome. Diese werden stets vor Behandlungsbeginn erhoben und während der Behandlung ständig überprüft und erneut verglichen. Die Veränderungen der Symptome, die Entwicklung der Ergebnisse verschiedener neuropsychologischer Testungen, sowie die Beobachtungen der Patient*innen, leiten uns Therapeut*innen während des Trainings in der Wahl des individuellen Trainingsprogramms.

Woher wissen Sie das alles Herr Theis?

Im Jahre 2017 habe ich nach umfangreicher Ausbildung, Selbststudium und Supervision die Ausbildung zum zertifizierten Neurofeedbacktherapeuten nach Othmer abgeschlossen (OMC). Zurzeit befindet sich die 8. Therapeutin meiner Praxis in Ausbildung zur Neurofeedbacktherapeutin nach der Othmer-Methode. Wir verfügen über 5 Systeme an 2 Standorten in Kassel und Vellmar und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Patient*innen in Nordhessen mit Ergotherapie und Neurofeedback.

Ich arbeite neben meiner Tätigkeit als niedergelassener Ergotherapeut auch als Dozent für die Bee Group und EEG Info Europa, die Entwickler meines Systems. Ich bin in englischen und deutschsprachigen Grundkursen an der Ausbildung neuer Kolleg*innen aus dem ärztlichen, therapeutischen und psychologischen Bereich beteiligt und halte regelmäßig Vorträge für Fachpublikum. Regelmäßig besuche ich auch weiterhin fachspezifische Kurse und nehme an Symposien und den jährlichen advanced clinical summits teil. Die Teilnahme an den advanced clinical summits erfolgt online im Rahmen eines mehrtägigen Webinars.

Durch täglichen Austausch und interner Weiterbildung und Supervision können sich unsere Patient*innen nach unserer über 9.000 Stunden umfassender Behandlungserfahrung mit ILF Neurofeedback in sicherer, menschlicher und kompetenter Hand fühlen.

Warum ist dieses interessante Verfahren noch so wenig bekannt?

Offen gesagt verwundert dies uns alle, die Othmers sogar seit Jahrzehnten.

Es gibt immer mehr Veröffentlichungen, Artikel, Bücher, Patientenmeinungen.

Neurofeedback hat ein unglaubliches Potential und ich freue mich auf die nächsten Jahre. Ich denke, die Anzahl der Veröffentlichungen um das Wissen über die Methode muss eine Art kritische Masse überschreiten und wird irgendwann in aller Mund sein und noch viel mehr Menschen helfen können.

Vielen Dank, Herr Theis, für das ausführliche Interview!

Sehr gern Herr Kratochvil. Ich freue mich, über diese besondere Therapiemethode berichten zu können und bedanke mich herzlich für Ihr Interesse. Bei weiteren Fragen können Sie sich gern an mich und mein Praxisteam wenden.

Kassel, 22.05.2019

www.neurofeedback-kassel.de

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